In diesem Artikel geht es um das Pro und Contra unterschiedlicher Vorgehensweisen bei der Geldanlage: die Kapitalanlage mit einem Vermögensberater, einem Robo Adviser wie

fintego

oder nach der DIY Methode (Do it yourself).

Wer Geld beiseitelegt, um Vermögen aufzubauen, kann aus unterschiedlichen Gründen sparen.

Häufig wird die Geldanlage der finanziellen Absicherung im Alter dienen. Vielleicht ist eine größere Anschaffung geplant oder das angesparte Vermögen soll als Eigenkapital für ein Eigenheim dienen.

Möglich ist auch, dass aus einem bereits bestehenden Kapital einfach nur Rendite erwirtschaftet werden soll, um den Ertrag zu verbrauchen oder wieder anzulegen.

Was immer die Gründe einer Kapitalanlage sein mögen, jeder Anleger wird zwei Ziele verfolgen:

Natürlich geht es um Kapitalerhalt. Verluste sollen vermieden werden. Wenigstens der Inflationsausgleich muss geschafft werden.

Kein Anleger wird jedoch bei diesem defensiven Anlageziel stehen bleiben wollen. Natürlich soll die Geldanlage echte Gewinne bringen, und zwar so viel wie möglich. Wenigstens angemessene Renditen werden angestrebt.

Für jeden Anleger stellt sich die Frage, wie er seine Anlageziele am besten erreicht. Auf welche Weise sollen Privatanleger ihre Geldanlage organisieren?

Im Großen und Ganzen stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung:

Anleger können ihre Geldangelegenheiten selbst in die Hand nehmen (Do it yourself – DiY), sie können einen Vermögensberater oder Anlageberater beauftragen und seit neuestem auch einen Anlageroboter, einen sogenannten Robo Adviser.

Jeder dieser drei Wege hat seine grundsätzlichen Vorteile und Nachteile. Und nicht jeder Weg passt zu jeder Lebenssituation, in der sich ein bestimmter Privatanleger befindet.

Vermögens- und Anlagenverwalter

Vermögens- oder Anlagenverwalter nennen sich viele. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich nicht vordefiniert.

Im weitesten Sinne handelt es sich um Dienstleister, die in irgendeiner Weise mit dem Vermögen dritter Personen, ihrer Kunden, befasst sind.

Wenn es um die Beratung und Verwaltung im Rahmen der Geldanlage geht, gibt es zwei Punkte, auf den Privatanleger besonders achten sollten:

Der Finanzdienstleister sollte über eine Zulassung zur Finanzportfolioverwaltung verfügen, die durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erteilt wird.

Bankangestellte oder freiberufliche Makler befassen sich mit dem Vertrieb von Anlageprodukten. Häufig erscheint ihre Inanspruchnahme auf den ersten Blick besonders günstig, weil keine gesonderten Honorare vom Kunden erhoben werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Berater kostenfrei arbeiten. Sie erhalten eine Provision entweder von der Bank, bei der sie angestellt sind, oder von dem Unternehmen, in dessen Auftrag sie handeln, und dass sie vertreten.

Selbstverständlich muss der Kunde diese Kosten, wenn auch mittelbar, über den Produktpreis, tragen.

Provisionsabhängige Berater sind niemals wirklich unabhängig, auch wenn sie selbst vielleicht davon ausgehen. Sie werden immer weniger die Interessen des Anlegers im Auge haben, als das Interesse ihres Vertragspartners oder Arbeitgebers, deren Produkte zu vermarkten.

In einigen Ländern, wie in Großbritannien, gibt es deshalb ein Provisionsverbot.

Dem Ratschlag eines Anlageberaters zu folgen, der auf Provisionsbasis arbeitet und nur bestimmte Produkte vertreibt, ist deshalb keine besonders gute Idee.

Vermögensberater müssen unabhängig sein

Wenn schon ein Vermögensverwalter oder ein Anlageberater eingeschaltet wird, sollte er unabhängig sein. Das bedeutet immer, der Berater arbeitet auf Honorarbasis.

Mehrere Modelle sind üblich:

Das Honorar kann auf Stundenbasis abgerechnet werden. Solche Modelle werden am sinnvollsten sein, wenn der Anleger bloß eine generelle Beratung wünscht, etwa in welche Assetklassen er nach seinem Risikoprofil und seiner finanziellen Situation investieren sollte.

Eine weitere Methode ist ein Vermögenshonorar. Dieses Honorar berechnet sich nach einem bestimmten Prozentsatz des verwalteten Vermögens. Beispielsweise erhält der Vermögensberater ein Prozent jährlich.

Im Rahmen von Geldanlagen findet man schließlich häufig Erfolgshonorare. Nach bestimmten Methoden wird ein Honorar festgesetzt, welches von einem bestimmten Erfolg abhängt.

Beispiel: Der Anleger schuldet dem Verwalter am Jahresende 5 % des in einem Jahr erwirtschafteten Ertrages.

Oft werden mehrere Abrechnungsmethoden miteinander kombiniert. Beispielsweise schuldet der Auftraggeber ein Vermögenshonorar und zuzüglich ein Erfolgshonorar.

Es gibt noch weitere Honorarformen, zum Beispiel Pauschalhonorare, aber die hier genannten sind bei Geldanlagen die wohl üblichsten.

Den passenden Vermögensberater finden

Die Auswahl eines Vermögensverwalters oder Anlageberaters richtet sich nach den persönlichen Bedürfnissen des Anlegers. Bevor Anleger sich einem bestimmten Berater anvertrauen, sollten sie sich über dessen Anlagestrategien und auch Erfolge im Klaren sein.

Einen guten Überblick über von der BaFin zugelassene Vermögensberater gibt die Webseite vuv.de.

Die Webseite bietet für jedes aufgeführte Unternehmen ein kurzes Firmenprofil, welches die Suche nach dem passenden Vermögensberater oder Anlageberater erleichtert.

Gute Vermögensberater befassen sich intensiv mit der finanziellen Situation und den gewünschten Anlagezielen ihrer Kunden.

Vor dem Hintergrund ihres Spezialwissens entwickeln sie aus den gewonnenen Informationen die ihrer Meinung nach beste Anlagestrategie, die sie ihren Kunden als Vorschlag unterbreiten. Gegebenenfalls wird das Vermögen des Kunden nach dessen Vorgaben verwaltet.

Ein guter Berater wird seinen Kunden niemals Produkte empfehlen, die überdurchschnittlich hohe Risiken aufweisen oder die besonders teuer sind. Zu solchen Produkten zählen geschlossene Fonds und auch manche Zertifikate.

Seriöse Berater werden ihre Kunden über Risiken und Chancen der von ihnen entwickelten Anlagestrategie umfassend aufklären.

Dabei werden sie deutlich machen, dass Erträge und Verluste von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängig sind, sodass Verluste selbst bei bester Beratung und bestem Fachwissen entstehen können.

Die Vorteile und Nachteile einer Vermögensberatung

Ein guter Vermögensberater verfügt über eine Reihe ausgefeilter finanzwissenschaftlich unterlegter Anlagestrategien, die er seinem Kunden vorstellen kann.

Er verfügt über die notwendige Erfahrung, um diejenige Strategie zu wählen, die einem bestimmten Kunden mit einem bestimmten Anlageprofil die besten Gewinnchancen versprechen.

Erfolgreiche Anlageberater kennen sich in den verschiedenen Finanzmärkten genau aus und wissen um die Chancen und Risiken einzelner Anlageprodukte.

Anleger haben in der Regel weder die Zeit, noch das Wissen oder die Ausbildung, um die Facetten jeder Geldanlage zu kennen.

Die Beauftragung eines unabhängigen Vermögensverwalters wird vor allem bei größeren Vermögen in Betracht kommen.

Bei größeren Vermögen besteht am ehesten der Bedarf, nicht nur in ETFs unterschiedlicher Risikoklassen zu investieren, sondern darüber hinaus zu diversifizieren, sowohl nach der Produktart, als auch nach der Risikoeinteilung, nach Branchen und auch regional.

Auf der Negativseite stehen die hohen Kosten. Je erfolgreicher ein Vermögensverwalter ist, desto teurer wird er sein. Kombinationen aus Erfolgshonoraren und Vermögenshonoraren sind keine Seltenheit.

Gerade Erfolgshonorare können zu spürbaren Renditeeinbußen führen.

Vermögensverwalter erhalten nach bestimmten Kriterien einen prozentualen Anteil am Gewinn, der in einer bestimmten Zeitspanne erwirtschaftet wird. An Verlusten hingegen sind sie nicht beteiligt.

Robo Adviser: der Computer als Vermögensverwalter

Robo Adviser sind ein Kind des Internetzeitalters. In Deutschland schießen sie nicht gerade wie Pilze aus dem Boden, aber ihre Anzahl hat sich in den letzten Jahren deutlich vermehrt.

Selbst bekannte Banken, wie die Deutsche Bank (Maxblue) nehmen unterdessen an dem Markt teil, der durch Robo Adviser besetzt wird.

Robo Adviser kann man am besten als computergestützte Roboter beschreiben, die den Vermögensberater aus Fleisch und Blut nicht nur ersetzen, sondern sogar bessere Beratungsleistungen bieten sollen.

Schließlich haben Roboter keine Emotionen. Sie verfolgen stur dem einmal programmierten Algorithmus.

Robo Adviser mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen

Unterschieden werden drei Gruppen:

Reine Beratungstools geben ihren Kunden auf der Grundlage einer Selbsteinschätzung der Risikobereitschaft Tipps. Die Investition wird vom Anleger eigenverantwortlich selbst veranlasst.

Vermögensverwaltende Tools erarbeiten Depotvorschläge und organisieren gegebenenfalls das Rebalancing. Diese Tools „denken“ allerdings nicht, sondern halten sich streng an die programmierten Vorgaben. Kunden müssen Umschichtungen zustimmen.

Eigenständig vermögensverwaltende Tools unterbreiten ihren Kunden auf der Grundlage einer umfassenden Selbsteinschätzung Anlagevorschläge und verwalten diese eigenständig. Diese Robo Adviser unterliegen der Finanzaufsicht der BaFin.

Eine umfassende Beschreibung der verschiedenen Robo Adviser Arten haben wir in einem eigenen Beitrag vorgenommen.

Herkömmliche Robo Adviser nutzen in der Regel ETFs unterschiedlicher Risikoklassen, wenn sie die Geldanlage für ihre Kunden übernehmen.

Unterdessen gibt es allerdings moderne Formen, die komplizierten Anlagemodellen folgen und neben ETFs oder stattdessen in die Finanzprodukte direkt oder in risikoreiche spezielle Anlageformen investieren.

Robo Adviser: Anlageberatung der Zukunft?

Robo Adviser scheinen für den Anleger bequem. Der Anleger folgt stur dem Rat des Roboters oder lässt den Roboter mehr oder weniger für ihn arbeiten.

„Einfache Roboter“ erheben relativ geringe Gebühren, die die Rendite schmälern. Wie das obige Beispiel zeigt, sind intelligentere Roboter allerdings teurer.

Robo Adviser sind gegenwärtig in aller Munde. Sie sind in gewisser Weise eine Modeerscheinung.

Anleger sollten sich vergegenwärtigen, dass mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht alle der knapp 20 in Deutschland tätigen Robo Adviser überleben werden.

Verkaufen Anlageroboter einfache Produkte oder beraten nur, kann der Anleger diese Dienstleistung im Prinzip selbst erledigen.

Anspruchsvollere automatisierte Vermögensverwaltungen haben (noch) unseres Erachtens den Nachteil, dass sie mit dem Kunden nicht umfassend kommunizieren können.

Der Kunde ist praktisch allein bei der Einschätzung der richtigen Anlagestrategie, die seinem Risikoprofil und seinen finanziellen Zielen angepasst ist.

Genau hier liegt jedoch eine wichtige Aufgabe der Vermögens- und Anlageberatung: den Kunden vor Fehleinschätzungen zu bewahren.

Einen interessanten Weg geht Vanguard. Der Finanzdienstleister geht einen Mittelweg, um die Vorteile persönlicher Vermögensverwaltung und computergesteuerter Beratung miteinander zu verknüpfen.

Näheres ergibt sich aus dem kurzen Barrons Artikel.

Do It Yourself Kapitalanlage

Do it Yourself (DIY) ist wahrscheinlich diejenige Variante, die Privatanleger, jedenfalls in Deutschland, am ehesten anwenden.

Vor allem für Anleger kleinerer Vermögen oder für Sparpläne wird dies zutreffen.

DIY ist nicht die schlechteste Variante. Sie wird im Übrigen von einem der erfolgreichsten Investoren der Gegenwart wärmstens empfohlen. Warren Buffett empfiehlt privaten Anleger in ETFs zu investieren.

Wer diesen Rat beherzigt, wird einen angemessenen Anlageerfolg haben. Vielleicht wird seine Rendite sogar höher sein als die Erträge, die komplizierte Robo Adviser oder bekannte Vermögensverwalter erzielen.

Denn die Kosten für die DIY Anlagestrategie sind gering. Das hat positive Auswirkungen auf die Rendite.

Anleger sollten bedenken: Finanzmärkte sind jedenfalls kurz- und mittelfristig unberechenbar. Keiner kann in die Zukunft schauen.

Deswegen wird der Markt auch nur in wenigen Fällen und meistens nur zeitweise von Profis übertroffen.

Allerdings kommt es bei der DIY Methode besonders darauf an, Risiken zu vermeiden und in die richtigen, nämlich soliden, Finanzprodukte zu investieren.

Dazu gehören beispielsweise ETFs, die Aktienindices abbilden oder einen breit aufgestellten europäischen Rentenindex.

Eigenes Know-how ist entscheidend

Gegen die DIY Methode wird manchmal eingewandt, dass sie zu zeitaufwendig ist. Anleger müssten sich selbst das erforderliche Fachwissen aneignen, um ihre Geldanlage in die eigene Hand zu nehmen.

Vermögensverwalter oder Robo Adviser könnten Anlegern diese zeitaufwendige und unbequeme Aufgabe abnehmen.

Das ist ein schwerer Trugschluss. Jeder, der Geld anlegt, muss wissen, was er tut und sich das erforderliche Wissen über die verschiedenen Finanzprodukte und die Märkte aneignen gleichgültig, ob er seine Geldanlage in die eigenen Hände nimmt oder nicht.

Eine Grundregel bei der Geldanlage lautet: investiere nur in Finanzprodukte, die du genau beurteilen kannst.

Wer keine Kenntnisse über Geldanlagen verfügt, kann nicht beurteilen, ob ein Vermögensberater Qualität anbietet oder nicht.

Um die Risiken und Chancen einer von einem Robo Adviser durchgeführten Anlagestrategie beurteilen zu können, müssen Anleger die Qualität der vorgeschlagenen Finanzprodukte beurteilen können. Dazu benötigen sie Fachwissen.

Um die Aneignung eigenen Know-hows und dem damit verbundenen Zeitaufwand kommt also kein Anleger herum.

Zeit kann aber natürlich gespart werden bei der Geldanlage selbst.

Die Abwicklung und Ausführung einer einmal eingeschlagenen Anlagestrategie muss der Anleger bei der DIY-Methode selbst organisieren.

Bedient er sich eines Vermögensverwalters bzw. eines Roboters, kann er die Geldanlage delegieren, und sich auf eine regelmäßige Überwachung der Ergebnisse beschränken.