Gleichgültig ob Haus- oder Wohnungskauf, Neubau, Modernisierung oder Renovierung, eine Information über die KfW Fördermöglichkeiten vor Beginn der Maßnahme lohnt sich immer. Möglich sind nicht nur zinsgünstige Darlehen, die die laufenden Belastungen deutlich reduzieren können. In bestimmten Fällen gibt es darüber hinaus auch Zuschüsse.

Die Förderung ist immer an die Realisierung bestimmter Maßnahmen geknüpft. In manchen Fällen können Förderungen aus mehreren Töpfen zusammen beantragt werden.

Voraussetzung ist aber immer, dass Vorhaben ausgeführt werden sollen, auf die sich die Förderkulissen beziehen. Im Mittelpunkt der Förderung stehen ökologische Baumaßnahmen.

Förderungen müssen vor Beginn der Maßnahme beantragt werden. Teilweise sind Gutachten erforderlich, um die Förderfähigkeit zu bestätigen.

Grundsätzlich muss die Durchführung der geförderten Maßnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraums belegt werden.

Wie werden KfW Förderungen beantragt?

Die gewünschten Fördermaßnahmen müssen bei derjenigen Bank beantragt werden, die die Finanzierung durchführt.

Manche Banken sprechen ihre Kunden von sich aus nicht auf die Fördermöglichkeiten der KfW an. Der Kunde sollte dann dieses Thema selbst ansprechen oder die Bank wechseln.

Ein kompetenter Ansprechpartner bei der ausgewählten Bank ist wichtig. Denn die gesamte KfW-Förderung wird über die Hausbank abgewickelt.

Sie berät über alle Fördermöglichkeiten, leitet die entsprechenden Anträge und Unterlagen an die KfW weiter und zahlt auch Kredite und Zuschüsse aus.

Bei der Immobilienfinanzierung sind Bauherren oder Hauserwerber nicht allein auf Filialbanken angewiesen.

Kompetente Online Broker vermitteln sehr günstige Immobilienkredite. Die Anbieter dieser Immobilienfinanzierungen führen häufig auch Beratungen zu KfW Förderungen durch.

Bei der KfW selbst können keine Anträge gestellt werden.

Die Webseite der KfW Bank enthält aber ausführliche Informationen über die einzelnen Förderungen im Zusammenhang mit privaten Immobilienfinanzierungen.

Außerdem steht seit September 2013 den Nutzern der Webseite eine neue Funktion zur Verfügung.

Dazu muss zunächst die zutreffende Produktbeschreibung aufgerufen werden, zum Beispiel Fördermöglichkeiten bei Bestandsimmobilien. Weiter unten erscheint dann ein  Link "Sie suchen eine qualifizierte Beratung?".

https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/F%C3%B6rderprodukte-f%C3%BCr-Bestandsimmobilien.html

Über diesen Link gelangt der Nutzer direkt zu einer Beratungsabfrage. Füllt er das Formular aus, werden  Banken in seiner Nähe benannt, die eine kompetente Beratung durchführen können.

Leider nehmen nicht alle Banken am Beratungspool teil.

Vorteile der KfW Förderung

Die Zuschüsse verringern den Anteil der erforderlichen Fremdfinanzierungsmittel. Die Darlehen sind teilweise sehr flexibel, und es können unterschiedliche Anlaufjahre vereinbart werden, während denen nur Zinsen gezahlt werden müssen.

Die Zinssätze selbst sind niedrig. Wegen des gegenwärtig sehr geringen Zinsniveaus können sie jedoch in Einzelfällen ungünstiger sein als Zinsen für Kredite auf dem freien Markt.

Darüber hinaus gibt es aber einen weiteren, sehr wesentlichen Vorteil. Zuschüsse und auch die KfW Darlehen selbst werden von vielen Banken als Eigenkapital anerkannt.

Dadurch verringert sich nicht nur das benötigte Fremdkapital von der Hausbank.

Auch die Kreditkonditionen können günstiger werden, weil nur ein geringerer Prozentsatz der Beleihungsgrenze über die Hausbank finanziert zu werden braucht.

Die wichtigsten Förderkulissen im Überblick

Im Rahmen der Beratung erhält der Bankkunde Informationen darüber, welche Fördermaßnahmen in Betracht kommen und welche Unterlagen für die Beantragung bestimmter Fördermaßnahmen erforderlich sind.

Wichtig ist, das Beratungsgespräch bei der Bank so früh wie möglich durchzuführen, also unmittelbar, nachdem die Bauunterlagen für das geplante Vorhaben vorliegen. Der Antrag muss rechtzeitig vor Beginn der Baumaßnahme gestellt werden.

Gegebenenfalls muss die Förderfähigkeit durch Stellungnahmen von Gutachtern festgestellt werden, die von der KfW anerkannt werden.

In der Regel müssen die Baumaßnahmen von einem Sachverständigen abgenommen werden, beispielsweise von einem in die Expertenliste für die Förderprogramme des Bundes aufgenommenen Energieberater.

Hier eine kurze Darstellung der wichtigsten KfW Fördermöglichkeiten. Darüber hinaus gibt es in einzelnen Ländern noch Landesprogramme.

Die konkreten Angaben geben den Sachstand von Juni 2014 wieder. Förderprogramme werden laufend aktualisiert und können sich ändern oder sogar wegfallen:

124 Wohnungseigentum Programm

Es handelt sich um ein Darlehen zur Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum und zur Beseitigung von Hochwasserschäden.

Die Förderung kann für den Erwerb oder den Neubau selbstgenutzten Wohneigentums beantragt werden. Sie ist mit anderen Förderprogrammen kombinierbar.

Effektiver Jahreszins ab 1,76 %. Der Kreditbetrag ist auf 50.000 € je Vorhaben begrenzt.

134 Genossenschaftsanteile

Das Programm dient der Finanzierung von Genossenschaftsanteilen zum Wohnen (selbstgenutzter Wohnraum).

Die Förderung kann sowohl im Rahmen vom Erwerb von Bestandsimmobilien oder auch für Neubauten beantragt werden.

Das Darlehen wird bis zu einem Betrag von 50.000 € ab einem effektiven Zinssatz von 1,76 % ausgegeben. Kostenfreie außerplanmäßige Tilgungen sind möglich.

159 Altersgerecht Umbauen

Kredite bis zu 50.000 € je Wohneinheit für die Finanzierung barrierereduzierender Maßnahmen.

Die Kredite werden auch für den Kauf von entsprechend umgebautem Wohnraum gewährt.

Die Förderung wird unabhängig vom Alter vergeben. Kombinationen beispielsweise mit den Programmen 151/152 "Energieeffizient Sanieren" sind möglich.

151/152 Energieeffizient Sanieren

Der Kredit wird für eine Sanierung zum KfW Effizienzhaus oder zur Finanzierung energetischer Einzelmaßnahmen vergeben.

Der effektive Jahreszins beträgt gegenwärtig ein Prozent. Die Förderung gilt auch beim Kauf sanierten Wohnraums.

Der Höchstbetrag ist 75.000 € pro Wohneinheit beim Effizienzhaus und 50.000 € bei Einzelmaßnahmen.

Eine Kombination mit anderen Förderkulissen ist möglich. Gleiches gilt für Tilgungszuschüsse bis zu ca. 13.000 €.

167: Heizungsanlagen Sanieren

Gefördert wird die Umstellung der Heizungsanlage in Wohngebäuden auf erneuerbare Energien mit einem Kredit bis zu 50.000 € pro Wohneinheit.

Die Kreditlaufzeit beträgt zehn Jahre. Der Zinssatz wird fest vereinbart.

274 Photovoltaik

Gefördert wird die Stromerzeugung aus Sonnenenergie zu eigenen Zwecken. Die Förderung besteht in der Vergabe günstiger Kredite.

275 Erneuerbare Energien Speichern

Gefördert werden kompilierte Anlagen aus Photovoltaik und Batteriespeichern. Eingeschlossen sind Nachrüstungen von Photovoltaikanlagen, die nach dem 31.12.2012 in Betrieb genommen wurden.

Laufzeiten des Darlehens und Zinsbindungen bis zu 20 Jahren. Tilgungszuschüsse sind eingeschlossen.

430 Energieeffizient Sanieren: Zuschuss

Unter dieser Fördermaßnahme werden energetische Einzelmaßnahmen oder Sanierungsmaßnahmen zum Effizienzhaus zusammengefasst, für die Investitionszuschüsse gewährt werden können.

431 Baubegleitung durch Sachverständige

Übernommen werden 50 % der Kosten für Planung und Baubegleitung durch Sachverständige im Rahmen der energetischen Sanierung. Die Höchstförderung liegt bei 4.000 € pro Antragsteller.

Diese Förderung wird ausschließlich in Kombination mit den Fördermaßnahmen unter Ziffer 151/152, 430 oder 167 vergeben.

153 Energieeffizient Bauen

Aus diesem Förderungstopf werden der Bau oder der Ersterwerb eines neuen KfW Effizienzhauses subventioniert.

Der  Zinssatz beträgt 1,41 % effektiv. Der Höchstbetrag liegt bei 50.000 € je Wohneinheit. Tilgungszuschüsse werden bis zu 5.000 € gewährt.

Eine Kombination mit einer Reihe anderer Förderungsmöglichkeiten ist zulässig.