Junge Leute, Berufsanfänger und selbst Auszubildende oder Studenten, sind eine von der Finanzbranche heiß umworbene Zielgruppe. Gelingt eine frühzeitige Kundenbindung durch langfristig ausgelegte Geldanlageprodukte wie Rentenversicherungen, Kapitallebensversicherungen, langlaufende Sparpläne oder Bausparverträge, winken satte Provisionen.

Finanzmakler und Bankberater bedienen sich eines auf den 1. Blick einleuchtenden Arguments, um ihre Produkte an den Mann zu bringen.

Je früher junge Menschen mit dem Sparen oder dem Vermögensaufbau beginnen, desto mehr Kapital ist am Ende der Ansparphase vorhanden.

Je länger die Laufzeit, desto beeindruckender ist die durch den Zinseszinseffekt erwirtschaftete Rendite.

Gegen dieses Argument gibt es grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber es berücksichtigt nicht die konkreten Lebensverhältnisse und Bedürfnisse junger Menschen im Einzelfall.

Auch Berufsanfänger möchten einen angemessenen Lebensstil pflegen, vielleicht für die Finanzierung eines neuen Autos sparen oder haben noch Schulden aus ihrer Ausbildungszeit.

Der Wunsch nach einem angemessenen Lebensstil kollidiert dann allzu oft mit langfristig abgeschlossenen Geldanlagen.

Die Folge ist, dass Sparverträge unter Inkaufnahme wirtschaftlicher Nachteile verfrüht aufgegeben werden. Nachfolgend einige Tipps, wie junge Leute ihre Finanzen sinnvoll planen können.

Zusammenfassung und Tipps

Studium und Berufsausbildung sind Investitionen in Humankapital. Eine gute, zügig abgeschlossene Berufsausbildung ist Voraussetzung für wirtschaftlichen und finanziellen Erfolg.

Nebenjobs während der Ausbildung nur um sich ein teures Auto oder andere außergewöhnliche Konsumwünsche leisten zu können oder um während des Studiums schon Kapital aufzubauen stehen im Widerspruch zum Aufbau des eigenen „Humankapitals“.

Schuldenabbau ist der erste Schritt zum Vermögensaufbau.

In manchen Fällen mag es eine Illusion sein, nach ein paar Jahren Berufsausübung völlig schuldenfrei zu sein und dann erst damit zu beginnen, Sparverträge abzuschließen oder Vermögen langfristig aufzubauen.

Aber der Schuldenstand sollte wenigstens auf ein angemessenes Niveau gebracht werden.

Zu hohe Schulden vermiesen den Kreditscore und können sich negativ auswirken, wenn später sinnvolle größere Vorhaben, der Kauf einer Eigentumswohnung beispielsweise, fremdfinanziert werden müssen.

Der nächste Schritt ist die Absicherung der eigenen „Ertragskraft“, indem man sich vernünftig versichert und auf teure, überflüssige Versicherungen verzichtet.

Welche Versicherungen notwendig zur ausreichenden Absicherung gegen finanzielle Katastrophen notwendig sind, richtet sich nach den Lebensverhältnissen und dem Familienstand.

Klarheit darüber, welche Beträge in welchen Zeitintervallen tatsächlich zurückgelegt werden können, ist Voraussetzung für erfolgreiches Sparen.

Eine überschlägige Haushaltsrechnung mit allen Einnahmen und Ausgaben ist dabei hilfreich. Absehbare zukünftige Zusatzbelastungen (beispielsweise Ausgaben für ein neues Auto) sollten berücksichtigt werden.

Das Sparziel bestimmt die Form der Geldanlage. Wichtig ist, das Sparziel von vornherein festzulegen. In der Regel kommen mehrere Sparziele in Betracht, die oft nicht gleichzeitig angegangen werden können.

In solchen Fällen sollte eine Reihenfolge festgelegt werden. Beispiel: zunächst soll das Eigenkapital für ein Haus angespart werden, später kann dann an einen langfristigen Vermögensaufbau gedacht werden.

Junge Leute sollten besonders auf die Flexibilität ihrer Geldanlage achten.

Verträge mit langfristigen Bindungen wie Kapitallebensversicherungen oder Sparverträge sind weniger geeignet.

Zudem ist Diversifikation bei der Kapitalanlage ein wichtiger Grundsatz. Allerdings setzt die gleichzeitige Investition in Geldanlagen mit unterschiedlichen Risikoklassen voraus, dass ein größerer Sparbetrag zur Verfügung steht.

Auf Qualität bei der Geldanlage achten!

Das niedrigverzinste erstbeste Tagesgeld bei einer Filialbank ist ebenso wenig geeignet, wie der Erwerb irgendwelcher Aktiennebenwerte. Vermögen aufbauen oder Zielsparen und spekulieren schließen sich aus.

Staatliche Förderprogramme oder betriebliche Zuschüsse zur Altersvorsorge können positive und negative Effekte auf den Erfolg einer Kapitalanlage haben.

Häufig kritisiert werden der bürokratische Aufwand und die hohen Kosten.

Dennoch sollten sich Berufseinsteiger über die Möglichkeiten der Inanspruchnahme solcher Programme gründlich informieren.

Ausreichendes eigenes Finanzwissen ist unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage.

Eigentlich wäre es sinnvoll, dieses Thema schon in der Schule zu behandeln.

Jungen Kapitalanlegern steht genügend Fachliteratur zur Verfügung, die genutzt werden kann. Bücher von erfolgreichen Anlegern wie Kostolany, Buffet geben Hilfestellungen. Empfehlenswert ist beispielsweise „Börsenerfolg ist kein Zufall“ von Burton G. Malkiel.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Kapitalanlage ist vor allem, dass Anleger das ausgewählte Sparprodukt genau verstehen und sich darüber ein eigenes Urteil bilden können.

Anlageberater tun ihr Bestes oder auch nicht. Nicht selten versuchen sie diejenigen Finanzprodukte zu verkaufen, von deren Verkauf sie am meisten profitieren.

Dem todsicheren Anlagetipp eines guten Freundes zu folgen, geht in den meisten Fällen nicht gut aus.

Schuldenabbau vor Sparen

Schulden sind kein guter Einstieg in das Berufsleben.

Bestehende Verbindlichkeiten neigen dazu, gerade Berufsanfänger mit relativ geringen Anfangsgehältern unverhältnismäßig lange zu begleiten.

Dadurch wird nicht nur die Bonität negativ beeinflusst. Auch der finanzielle Spielraum und damit zukünftige Sparmöglichkeiten werden beeinträchtigt.

Zügiger Abbau bestehender Verpflichtungen aus der Ausbildungszeit und die Vermeidung zusätzlicher Verbindlichkeiten haben zu Beginn des Berufslebens absolute Priorität.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Zinsen für Kredite gerade niedrig oder hoch sind.

Wer angeblich günstige Kreditangebote für Berufsanfänger, für Hochzeitskredite oder hohe Autokredite links liegen lässt, handelt clever.

Ein Gebrauchtwagen tut es in den ersten Berufsjahren auch. Und die Ausgaben für eine Hochzeit sollten sich an den finanziellen Möglichkeiten orientieren.

Mit Darlehen Konsumausgaben zu finanzieren, ist niemals empfehlenswert und bestenfalls eine Notlösung.

Kredite sollten eigentlich nur der Finanzierung von Anschaffungen dienen, wobei sich Kreditlaufzeit und Nutzungsdauer des finanzierten Gegenstandes entsprechen sollten.

Haushaltsrechnung und Budget

Finanzplanung ist nicht nur bei den öffentlichen Finanzen sinnvoll. Sie empfiehlt sich ebenso im privaten Bereich.

Wer sich über seine Einnahmen und Ausgaben Gedanken macht und darüber hinaus nach Sparpotenzialen sucht, entwickelt schnell ein Gespür für effektives Wirtschaften.

Mit einer vernünftigen Finanzplanung wird deutlich, was man sich leisten kann und was nicht.

Der erste Schritt ist eine Art Einnahme-/Überschussrechnung, die nach einigen Monaten im Berufsleben aufgestellt werden kann.

Ausgangspunkt der Haushaltsrechnung ist das normale monatliche Nettoeinkommen. Zusatzleistungen wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld sollten zunächst außer Betracht bleiben.

In einem zweiten Schritt werden die monatlichen Ausgaben ermittelt. Am besten man bildet Durchschnittswerte aus den letzten Monaten.

Ausgaben, die bisher noch nicht entstanden sind, aber zukünftig voraussichtlich anfallen werden, können geschätzt werden. Ausgaben, die nicht monatlich sondern jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich anfallen werden entsprechend aufgeteilt.

Wichtig ist, keine Ausgaben zu vergessen. Aber auf Heller und Pfennig muss die Haushaltsrechnung nicht stimmen. Wer sichergehen will, kann einen geschätzten Betrag für unvorhergesehenes unter den Ausgaben eintragen.

Werden die Kosten von dem zur Verfügung stehenden Nettogehalt abgezogen, kann man erkennen, ob Geld für besondere Zwecke übrig bleibt oder nicht.

Wer ermitteln möchte, ob eine Veränderung seines Konsumverhaltens Einsparungen ermöglicht, kann auf folgende Tabelle zurückgreifen:

Tabelle zu Aufwendungen

Tabelle zu Lebenshaltungskosten

Es sollte versucht werden, die Ausgaben so genau wie möglich zu spezifizieren. Je genauer man vorgeht, desto eher entdeckt man Einsparpotenziale. Beispiele:

Versicherungen können gekündigt und bei einem anderen Versicherer günstiger abgeschlossen werden.

Mit einem Wechsel der Drogerie oder des Lebensmittelhändlers lassen sich Haushaltskosten einsparen.

Man kann auf ein preisgünstigeres Auto umsteigen oder einen teuren Kredit in ein günstiges Darlehen umschulden.

Notwendige Versicherungen

Junge Leute sollten vor allen Dingen eine Überversicherung vermeiden. Kfz Versicherung und Krankenversicherung sind Pflicht. Gleiches gilt in manchen Bundesländern für die Tierhalterhaftpflicht, wenn Tiere gehalten werden.

Fachleute empfehlen eine Haftpflichtversicherung, weil der Eintritt eines schuldhaft verursachten Schadens andernfalls die wirtschaftliche Existenz junger Menschen für Jahre vernichten kann.

Berufsunfallversicherungen sollten in jungen Jahren abgeschlossen werden, sofern man sich dafür entscheidet. Hausratversicherungen sind bei überdurchschnittlich wertvollem Hausrat sinnvoll, sonst nicht.

Eine Risikolebensversicherung bietet sich für junge Ehepaare an, wenn nur ein Ehepartner verdient und/oder hohe Verbindlichkeiten beispielsweise für die Anschaffung eines Eigenheims vorhanden sind.

Verbraucherschützer und eigentlich alle Versicherungsfachleute warnen vor Verträgen, die den Versicherungsschutz gegen mehrere Risiken kombinieren.

Das gilt auch und vor allem für die Kombination von Risikovorsorge und Kapitalaufbau.

Oft sind solche Kombiverträge teuer und der Versicherungsschutz ist nicht so gut wie bei Einzelversicherungen. Zudem können Probleme entstehen, wenn ein Teil eines Kombivertrages gekündigt wird.

Geldreserve bilden

Bleibt nach der Haushaltsrechnung Geld für die Kapitalanlage übrig, sollte zunächst eine Reserve für unvorhergesehene Fälle wie Arbeitslosigkeit, notwendige Ersatzbeschaffung oder Krankheit aufgebaut werden.

Hierzu eignet sich am besten ein Tagesgeldkonto. Tagesgeld ist flexibel und kann jederzeit ohne Zinsverlusten abgerufen werden.

Selbst in Zeiten sehr niedriger Zinsen ist die Rendite regelmäßig höher als bei anderen vergleichbar flexiblen Sparprodukten.

Wer ein Tagesgeldkonto einrichten möchte, sollte dies nicht bei einer Filialbank tun. Direktbanken bieten bessere Konditionen. Am besten, man nutzt einen Tagesgeldvergleich.

Das Dreifache der monatlichen Gesamtausgaben reicht bei ledigen jungen Leuten als eiserne Geldreserve in der Regel aus.

Jung verheiratete Paare sollten vielleicht das Sechsfache der monatlichen Gesamtausgaben ansparen.

Sparziele festlegen

Nachdem mögliche Schulden weitgehend abgebaut sind, die Kosten für die Haushaltsführung feststehen und eine Geldreserve gebildet wurde, kann nun an die eigentliche Geldanlage gedacht werden.

Ausgangspunkt ist die Festlegung der verfolgten Sparziele. Welche Art der Geldanlage die richtige ist, hängt vom gewählten Sparziel ab. Gleiches gilt für die an Spardauer.

Ein häufig gewähltes Sparziel ist die Finanzierung einer mittelfristig geplanten Anschaffung. In einigen

Jahren ist ein neues Auto fällig. Oder es soll eine neue Wohnungseinrichtung angeschafft werden. Viele möchten den nötigen Eigenkapitalanteil für den Erwerb des ersten Eigenheims ansparen.

Ein anderes Sparziel ist der Kapitalaufbau beispielsweise für die private Altersvorsorge. Für den Vermögensaufbau wird in der Regel eine lange Ansparphase benötigt.

Meistens wird es nicht möglich sein, mehrere Sparziele nebeneinander zu verfolgen. In solchen Fällen muss eine Reihenfolge festgelegt werden.

Die Regel ist, dass mittelfristig verfolgte Sparziele den Vorrang genießen.

Ein häufig zu beobachtende Fehler ist, dass junge Menschen sich bei der Geldanlage überfordern.

Sie verfolgen mehrere Sparziele gleichzeitig, ohne über die ausreichenden freien Mittel zu verfügen.

Die Folge ist, dass sie die gesetzten Ziele nicht einhalten können und oft das Sparen ganz aufgeben. Sparprodukte mit langfristiger Vertragsbindung verstärken diese Gefahr.

Beispielsweise wird eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung abgeschlossen, die dann vorzeitig nach fünf oder sechs Jahren gekündigt wird.

Ersetzt wird in solchen Fällen nur der Rückkaufswert, eine für den Sparer sehr nachteilige Lösung.

Die Devise für junge Leute lautet deshalb: auf flexible Finanzprodukte setzen, die notfalls ohne Komplikationen umgeschichtet oder aufgelöst werden können.

Auch wer für das Alter spart, kann gute und sichere Renditen ohne komplizierte Rentenversicherungen oder Sparpläne erwirtschaften.

Mittelfristiger Anlagehorizont

Geldanlagen, die zielgerichtet zur Finanzierung bestimmter Vorhaben dienen sollen, sind in der Regel mittelfristiger Natur.

Wer für eine Wohnungseinrichtung spart, wird vielleicht einen Zeithorizont von zwei bis fünf Jahren haben. Soll ein Auto angeschafft werden, gilt ein ähnlicher Zeitrahmen.

Etwas länger wird es dauern, wenn Eigenkapital für eine eigengenutzte Immobilie angesammelt werden soll. Vielleicht benötigen Sparer 10 Jahre, um die erforderlichen Geldmittel zusammen zu haben.

Flexible mittelfristige Geldanlagen sind Tagesgelder und Festgelder mit Laufzeiten bis zu 3 Jahren. Wichtig ist, die Erträge sofort wieder anzulegen.

Natürlich sind Spareinlagen und Sparverträge mit der entsprechenden Laufzeit ebenfalls geeignet. In der Regel sind die Renditen aber geringer.

Ist die Anschaffung einer Immobilie geplant, können eventuell Bausparverträge in Betracht kommen. Dabei ist aber einiges zu beachten:

Die Bausparsumme darf nicht zu hoch gewählt werden. Andernfalls dauert die Zuteilungsreife einfach zu lange.

Manche Verkäufer von Bausparverträgen neigen dazu, viel zu hohe Bausparsummen zu empfehlen, weil die Abschlussprovision von der Bausparsumme abhängig ist.

Eine vorzeitige Auszahlung des Bausparvertrages mithilfe der Aufnahme eines Darlehens, mit dem der Vertrag gleich zur Zuteilungsreife gebracht wird, ist nicht zu empfehlen. In der Regel verursachen solche Lösungen zu hohe Kosten.

Möglich sind staatliche Zuschüsse oder die Einbeziehung eines Bausparvertrages in eine Rentenlösung (Wohnriester).

Zuschüsse erhöhen natürlich die Attraktivität des Bausparvertrages, die Flexibilität kann darunter aber leiden.

Vermögensaufbau und Altersvorsorge

Vermögensaufbau und Altersvorsorge sind im Rahmen der Finanzplanung die letzten Schritte. Für junge Menschen ist der Vermögensaufbau zunächst nicht das vordringliche Ziel.

Zunächst geht es um das Ansparen einer vernünftigen Kapitalreserve und die Erfüllung der mittelfristigen Sparziele.

Sind diese Ziele abgehakt, kann ein langfristiger Kapitalaufbau angegangen werden. Junge Leute sollten sich nicht dazu drängen lassen, gleich nach der Berufsausbildung einen der komplizierten Altersvorsorgeverträge abzuschließen.

Dazu ist immer noch Zeit. Selbst wer erst mit 30 Jahren oder mit 35 Jahren mit dem Vermögensaufbau beginnt, hat noch genügend Zeit, um eine sinnvolle Altersvorsorge aufzubauen.

Es gibt Punkte, die wichtiger sind, als gleich nach der Berufsausbildung mit der Altersvorsorge zu beginnen.

Dazu gehören kontinuierliches Sparen und sofortige Reinvestition der Erträge. Und entscheidend: Das der Altersversorgung dienende Vermögen darf während der Ansparphase niemals angetastet werden, da sonst Erträge verloren gehen.

Anders ausgedrückt, dass für den Vermögensaufbau verwandte Kapital sollte definitiv für andere Zwecke nicht benötigt werden.

Es sollte nach Abzug der Lebenshaltungskosten und der Sparbeträge für alle anderen Sparziele übrig sein.

Rentenprodukte mit Förderung

Zum Vermögensaufbau für das Alter kommen die gesetzlich geförderten Rentenmodelle in Betracht. Viele Arbeitgeber bieten beispielsweise Direktversicherungen an.

Für junge Leute können diese Rentenmodelle interessante Vorsorgelösungen sein, zumal jeder Arbeitnehmer ein gesetzliches Anrecht auf Entgeltumwandlung hat.

Arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorgemodelle können sich auch schon für Auszubildende lohnen.

Die Rendite hängt davon ab, welche gesetzlichen Fördermaßnahmen ausgeschöpft werden können und ob sich der Arbeitgeber zusätzlich an der Finanzierung beteiligt.

Renten sind komplizierte Finanzprodukte mit einer langen Ansparphase und wenig Flexibilität.

Wird eine private Zusatzrente in die nähere Wahl vorgezogen, sollte man sich vor Abschluss von einem unabhängigen Rentenberater ins Bild setzen lassen. Das Beratungshonorar zahlt sich aus.

In ETFs investieren

ETFs eignen sich hervorragend für den Vermögensaufbau. Es handelt sich dabei um passiv gemanagte Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden und die deshalb besonders flexibel sind.

ETFs gibt es auf alle möglichen Indices mit unterschiedlichen Risikoklassen. So gibt es beispielsweise ETFs auf Rentenindizes.

Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich aber besonders ETFs auf breit angelegte Aktienindices.

Beispiele sind der S&P 500, Dow Jones, Stoxx und MSCI World. Für deutsche Anleger wird sehr oft der MSCI World empfohlen. Hier ist ein Langfristchart. Die Quelle ist Wikipedia.

MSCI World.png
Von Jashuah - Own work by uploader, data from MSCI Inc., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19781963

Der Langfristchart macht deutlich, dass das Risiko von Aktienanlagen mit zunehmender Anlagedauer sinkt.

Langfristig bieten Geldanlagen in Aktien die besten Renditen bei überschaubarem Risiko.

ETFs eignen sich besonders für junge Anleger, die noch eine lange Ansparphase vor sich haben.

Einige Jahre vor Eintritt des Rentenalters kann gegebenenfalls in andere Geldanlagen umgeschichtet werden, um die erzielten Erträge zu sichern.

Wer Geld in ETFs anliegt, benötigt ein Depotkonto. Am günstigsten sind sie bei Onlinebrokern. Dort findet man auch ETF Sparpläne, die schon mit 25 Euro monatlich beginnen.

Möglich ist, dass solche Sparpläne ebenfalls gesetzlich gefördert werden, wenn sie dem ansparen einer Rente dienen.

Bei allen Sparplänen, auch bei ETF-Sparplänen, muss immer auf die Kosten geachtet werden. Onlinebroker bieten zwar Sonderkonditionen oder erheben bei bestimmten Produkten überhaupt keine Kosten, aber diese Vereinbarung kann jederzeit geändert werden.

Eigentlich ist es auch nicht sinnvoll, Kleinstbeträge regelmäßig in Aktien anzulegen. Unseres Erachtens ist es besser, zunächst größere Beträge anzusparen, und diese in Eigenverantwortung je nach Bedarf ein- oder zweimal jährlich in ETFs zu investieren.

Natürlich setzt ein solches Sparverhalten Disziplin voraus. Ein bekannter Anbieter solider ETFs ist IShares. Der Finanzdienstleister bietet eine große Anzahl reinvestierender börsengehandelter Indexfonds an.