IShares ist ein international agierender, weltweit führender Anbieter von börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Insgesamt werden ca. 600 ETFs weltweit verwaltet mit einem Kundenvermögen von ca. 600 Milliarden US-Dollar.

In Europa beträgt das verwaltete Kundenvermögen ca. 100 Milliarden US-Dollar. Die meisten der in Europa angebotenen börsengehandelten Indexfonds können auch in Deutschland erworben werden.

In Deutschland gibt es über 190 registrierte ETFs. Der Vermögensverwalter verfügt über deutsche Niederlassungen in München und in Frankfurt.

IShares gehört zur BlackRock Gruppe. Die BlackRock Inc wurde 1988 gegründet. Die Zentrale befindet sich in Manhattan.

Seit 1995 ist das Unternehmen börsennotiert. Zu den größten Anteilseignern gehören unter anderem PNC (23,62 %), Norges Bank (8,04 %), Fidelity Investments (4,94 %) und Vanguard (4,53 %).

BlackRock ist in Deutschland fest verankert.

Der Vermögensverwalter hält über zum Unternehmen gehörende Firmen oder Fonds Beteiligungen an fast allen Unternehmen im Dax.

Bei neun  Dax-Unternehmen ist BlackRock größter Einzelaktionär. Dazu gehören die Allianz (6,3 %), BASF (6,3 %), E.ON (5,4 %), die Deutsche Bank (6,3 %) und interessanterweise die Deutsche Börse mit 5,4 %.

Bereits wenige Jahre nach der Gründung fusionierte BlackRock mit anderen Vermögensverwaltern. 1995 gab es einen Zusammenschluss mit PNC.

Und im September 2006 fusionierte BlackRock mit Merrill Lynch Investment Managers. Im Juni 2009 kam die gesamte Vermögensverwaltung der englischen Bank Barclays hinzu.

Dazu gehörte die Sparte IShares, die auf den boomenden Markt der ETFs tätig ist. Mit der Übernahme von IShares entwickelte sich BlackRock endgültig zum führenden Vermögensverwalter in der Welt.

ETF Angebot

IShares bietet ETF Produkte auf Indices praktisch aller Anlageklassen an. Schwerpunkte bilden Anleihen, Aktien, Rohstoffe, Schwellenländer und alternative Investmentformen.

ETFs der letzten drei Sparten sind regelmäßig mit einem verhältnismäßig hohen Risiko behaftet. Anleger können in saubere Energie, Wasser oder Holz investieren.

Oder auch in Öl-, Gas- bzw. Gold-Indices. Sie können ihr Geld in Aktien Indices aus Brasilien, Russland, China oder aus den BRIC 50 Ländern anlegen.

Aber auch in den Sparten Anleihen und Aktien gibt es unterschiedliche Risikoklassen.

Interessant ist die Möglichkeit, in inflationsgeschützte Anleihen (zum Beispiel: IShares Euro Inflation Linked Government Bond UCITS ETF) und in Pfandbriefe (ishares pfandbriefe u.etf) zu investieren.

IShares bietet darüber hinaus die Möglichkeit, weltweit in Immobilien zu investieren – IShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF.

Dieser ETF engagiert sich in börsennotierte Immobiliengesellschaften und REITs aus entwickelten Märkten.

https://www.ishares.com/de/individual/de/produkte/251801/ishares-developed-markets-property-yield-ucits-etf?siteEntryPassthrough=true

Soweit einzelne ETFs genannt werden, handelt es sich um Beispiele und nicht um Empfehlungen.

Darüber hinaus stehen ETFs auf seriöse Staatsanleihen und Unternehmensanleihen zur Verfügung. Deutlich risikoreicher sind ETFs auf Hochzinsanleihen oder Anleihen aus Schwellenländern.

ETFs, die Aktienindices wie den Dax, S&P 500 oder MSCI World nachbilden, gewährleisten anständige Gewinne bei geringem Risiko. Andere Produkte wie ETFs auf Sektoren-Indices oder Hedged-ETFs weisen ein höheres Anlagerisiko auf.

Eine Aufstellung aller in Europa angebotener ETFs findet man auf der Webseite von IShares unter folgender Adresse: !type=emeaIshares&tab=overview&view=list&fr=43522.

Finanzen.net bietet ebenfalls Informationen zu verschiedenen ETFs an. https://www.finanzen.net/suchergebnis.asp?frmAktiensucheTextfeld=IShares

IShares kaufen

Die ETFs können über das Handelssystem Xetra gekauft werden. Dort gibt es fortlaufende Notierungen.

Bei einem Erwerb über eine Börse fällt kein Ausgabeaufschlag an. Allerdings müssen die üblichen Gebühren bei einer Wertpapierorder entrichtet werden.

Ausgabeaufschläge und Kosten können aber entstehen, wenn Orders direkt über IShares oder im außerbörslichen Handel abgewickelt werden. In diesen Fällen wird zum Teil darüber hinaus ein Rücknahmeabschlag erhoben.

Die Gebühren richten sich nach den Gebührentabellen der in Anspruch genommenen Depotbank. IShares ETFs können über alle Banken geordert werden, die mit dem Handelssystem Xetra verknüpft sind.

Wer IShares ETFs günstig kaufen möchte, der sollte seine Orders über einen online Broker abwickeln. Wichtig ist, ein Limit zu setzen. IShares empfiehlt dies ausdrücklich.

Xetra-Orders können auch bei jedem Honorarberater in Auftrag gegeben werden.

Eine weitere Börse, an der IShares gehandelt werden kann, ist Euronext. Außerdem kooperiert IShares mit einer Reihe von Wertpapierhandelshäusern, bei denen ein außerbörslicher Handel möglich ist.

Eine günstige Kaufmöglichkeit besteht über Tradegate.

Tradegate ist eine besonders bei Privatanlegern beliebte elektronische Börse. Die meisten Onlinebroker erlauben Orders über Tradegate.

Auf der Webseite des Finanzdienstleisters finden Nutzer eine umfangreiche Liste von IShares ETFs (https://www.tradegate.de/kurssuche.php und unter Kurssuche „IShares“ einstellen).

Es gibt keine besondere Mindestabnahme. Anleger können ein Stück erwerben. Ein Fondsanteil entspricht in etwa einem Hundertstel des zugrunde liegenden normalen Aktienindexes; bei Branchenindices ein Zehntel und bei Rentenindices ein Eintel.

Die geringe Mindeststückelung ermöglicht es privaten Anlegern ohne weiteres, in das Sondervermögen eines bestimmten Fonds zu investieren.

Sparpläne

Einige Broker erlauben Sparpläne mit ETFs von IShares: OnVista Bank, ING DiBa, Sparkassen Broker, und comdirect Bank sind Beispiele.

Sparpläne haben den Vorteil, dass Anleger selbst mit kleinen Beträgen in ETFs investieren können.

Zudem besteht ein sogenannter Cost Average Effekt, weil bei gleich bleibenden Sparraten Anteile mal zu hohen Kursen und mal zu besonders niedrigen Kursen erworben werden. Der Cost Average Effekt ist allerdings umstritten.

Ein wesentlicher Nachteil allerdings sind die Kosten, die mit jeder Order neu verursacht werden. Für die Performance ist es deshalb wesentlich, den ETF Handel über Broker abzuwickeln, die besonders kostengünstig sind.

Besonderheiten und Kosten

IShares setzt auf physisch replizierenden ETFs mit wenigen Ausnahmen bei Rohstoff-ETFs. Das unterscheidet den Anbieter von vielen Konkurrenten, vor allem auch in Europa, die die synthetische Replikation über Swaps bevorzugen.

Physisch replizierenden ETFs bilden ein Sondervermögen, während bei synthetisch replizierenden Papieren ein Kontrahentenrisiko besteht.

Sondervermögen unterliegen keinem Insolvenzrisiko. Physisch replizierende ETFs sind vollständig transparent und haben eine einfache Struktur, die Anleger sofort nachvollziehen können. Darin liegen die eindeutigen Vorteile für Privatanleger.

Sofern überhaupt von Nachteilen gesprochen werden kann, liegen sie in einer etwas geringeren Flexibilität und etwas höheren Transaktionskosten.

IShares versteht es aber, Performanceeinbußen durch eine geschickte Wertpapierleihe zu minimieren.

Gegen die Wertpapierleihe wird eine Reihe von Bedenken geltend gemacht, vor allem wegen des Ausfallrisikos beim Entleiher.

Diese Bedenken sind unbegründet, jedenfalls soweit es IShares betrifft.

Hohe konservative Bonitätsstandards bei der Auswahl der Entleiher, der Einsatz einer selbst entwickelten Sicherheitstechnologie sowie die besondere Erfahrung des unabhängigen Risikoteams schließen Ausfallrisikos so gut wie aus.

BlackRock verfügte von Anfang an über ein Wertpapierleihe Programm und musste seitdem nur 3 Ausfälle hinnehmen.

In allen Fällen konnte der Finanzdienstleister alle entliehenen Wertpapiere ohne Verlust für Anleger zurückkaufen. Zudem bietet BlackRock allen Anlegern in Europa bei Ausfällen eine entsprechende Entschädigung.

Die Verwaltungsvergütung (TER) soll nach Angaben von IShares gegenwärtig maximal 0,85 Prozent jährlich bei Aktienfonds und maximal 0,55 Prozent jährlich bei Rentenfonds betragen.

Wird ein Sparplan angelegt, belaufen sich die Verwaltungsgebühren auf maximal 0,85 Prozent jährlich bei allen Fonds.

Daneben können Transaktionskosten für Indexanpassungen und bankübliche Depotkosten entstehen.

Im Schnitt dürften die Kosten für ETFs auf bekannte Indices deutlich darunter liegen. Die Verwaltungsgebühren für den iShares Core DAX® UCITS ETF (DE) beträgt beispielsweise 0,16 Prozent jährlich; das Gleiche gilt für den iShares EURO STOXX 50 UCITS ETF.

IShares ETFs vs Vanguard

Vanguard ist ein international agierender Vermögensverwalter, der erst seit 2012 auch den deutschen Markt bedient.

Der Finanzdienstleister legt besonderen Wert auf kostengünstige Anlagemöglichkeiten für private Investoren.

Die Kostenspanne liegt nach Angaben von Vanguard bei ETFs in Europa zwischen 0,07 Prozent und 0,29 Prozent jährlich. Die Verwaltungskosten sind damit deutlich geringer als im Marktdurchschnitt, der bei ca. 0,35 Prozent beträgt. Sie sind im Durchschnitt auch niedriger als bei IShares.

Zwar konnte Vanguard das Volumen des verwalteten Vermögens in Europa in kurzer Zeit deutlich steigern, erreicht aber noch lange nicht das Volumen von IShares.

Gegenwärtig scheint Vanguard relativ wenig ETFs mit dem Euro als Basiswährung anzubieten. Die meisten ETFs haben den US-Dollar als Basiswährung.

Nach Angaben von Vanguard steht die physische Replikation der Basisindices offenbar im Vordergrund. Es wird aber auch synthetisch repliziert, sofern eine physische Replikation nicht oder nur sehr schwer möglich ist.

In der Qualität und in der Performance stehen die Vanguard ETFs denjenigen des Marktführers IShares nicht nach.

Ein Problem ist aber die deutlich geringere Verfügbarkeit. Soweit ersichtlich, gibt es speziell für den europäischen Markt nur etwa fünf ETFs auf festverzinsliche Indices und ca. 16 ETFs auf Aktienindices.

https://global.vanguard.com/portal/site/kiids/de/de/documents

Die Papiere werden gegenwärtig weniger auf Xetra gehandelt, können aber offenbar bei einigen Regionalbörsen oder über Tradegate Exchange geordert werden.