Sparer können unter einer großen Anzahl von Geldanlagemöglichkeiten auswählen. Manche Finanzprodukte sind für Privatanleger nur schwer zu verstehen wie einige kompliziert konstruierte Zertifikate, die von Banken fast täglich neu auf den Markt gebracht werden.

Es gibt sicher Geldanlagen, mit denen Anleger dennoch Geld verlieren, weil die geringen Renditen für einen Inflationsausgleich nach Steuern nicht ausreichen.

Es gibt aber auch Kapitalanlagen, die von vielen zu Unrecht aus falscher Angst vor einem Totalverlust vollständig gemieden werden.

Aber gerade diese Kapitalanlagen versprechen in der Regel gute Renditen, sofern man richtig mit ihnen umgeht.

Wer in solide Aktien oder ETFs langfristig investiert, ist auf der Gewinnerseite. Besonders mit einer Investition in ETFs können Privatanleger bei geringem Risiko ordentliche Renditen erzielen. Robo Advisor wie


Fintego

oder

Ginmon

legen das Geld ihrer Kunden gegen niedrige Gebühren breit gestreut in ETFs aller Anlageklassen an. Privatinvestoren haben die Möglichkeit, je nach Risikobereitschaft verschiedene Anlagestrategien auszuwählen.

Wer mit Aktien kurzfristig spekuliert oder fragwürdige Papiere kauft, der wird aller Voraussicht nach Kapital verlieren bis hin zum Totalverlust.

Aktien verlieren einen großen Teil ihres Risikos, wenn Sparer sie langfristig halten.

Geldanlagemöglichkeiten im Überblick

Welche Formen der Geldanlage die richtigen sind, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Wie viel Risiko der Anleger verträgt, und wie er seine Anlageziele definiert.

Für einen soliden Vermögensaufbau ist ein gut gemischtes Depot Voraussetzung. Es ist falsch, alles auf eine Karte zu setzen.

Gute Ergebnisse lassen sich nicht nur mit einem hohen Aktienanteil erwirtschaften. Auch risikoärmere Geldanlagen bringen über längere Zeiträume beachtliche Renditen. Dafür ist aber Voraussetzung, dass die Erträge sofort wieder investiert werden.

Ist nicht der stetige Vermögensaufbau das Anlageziel, sondern soll Kapital kurzfristig gespart werden, etwa um eine spätere Anschaffung zu finanzieren, eignen sich nur Geldanlagen einer geringen Risikoklasse.

Im Folgenden werden die verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage kurz skizziert. Geldanlagen die für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind, können natürlich auch als ein Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau in Betracht kommen.

Notgroschen und kurzfristige Geldanlagen

Die hier aufgeführten Geldanlagemöglichkeiten eignen sich als Notgroschen für die Finanzierung unvorhergesehener Ereignisse und als Barreserve in einem gut diversifizierten Depot.

Allgemein wird empfohlen, für den Notfall eine Reserve von bis zu fünf Monatsgehältern vorzuhalten.

Wie hoch die Barreserve in einem Depot sein sollte, ist letztlich Geschmackssache. Je älter der Anleger, desto höher sollte der Anteil kurzfristig verfügbarer Wertpapiere und Sparprodukte sein. Im Allgemeinen sind 10 bis 20 % ausreichend.

Tagesgeld

Tagesgeldkonten sind in der Regel kostenlos, und das angelegte Geld ist täglich verfügbar. Die Zinsen richten sich nach den Marktzinsen.

Die besten Angebote findet man bei Direktbanken und bei Auslandsbanken. Auch inländische Autobanken bieten manchmal überdurchschnittlich gute Konditionen.

Festgeld

Festgelder werden für einen vorher vereinbarten Zeitraum ohne vorherige Kündigungsmöglichkeit angelegt.

In normalen Zeiten sind die Festgeldzinsen deutlich höher als beim Tagesgeld. Auch hier findet man die besten Angebote im Internet.

Für kurzfristige Anlagehorizonte eignen sich Festgeldkonten mit einer Laufzeit von 12 oder 24 Monaten.

Sparkonto oder Festzinssparen

Geringe Zinsen aber ebenso wie bei Festgeld und Tagesgeld hohe Sicherheit. Zinssätze und Laufzeiten richten sich nach der Vereinbarung.

Bei Sparkonten mit gesetzlicher Kündigungsfrist sind die Zinsen am geringsten. Häufig ist ein Inflationsausgleich kaum machbar.

Geldmarktfonds oder geldmarktnahe Fonds

Gemeint sind europäische Geldmarktpapiere oder Anleihen mit geringer Restlaufzeit. Die Verzinsung richtet sich nach den Marktzinsen.

Angesichts der gegenwärtigen Niedrigzinsphase bedeutet dies geringe Renditen.

Das Kapital ist schnell, wenn auch manchmal nicht von heute auf morgen verfügbar. Bei einigen Papieren kann es zu Kursschwankungen kommen, die aber gering sind.

Pfandbriefe

Pfandbriefe werden von Privatanlegern kaum noch gehalten, zu Unrecht. Sie sind an der Börse handelbar und schnell verfügbar. Die Renditen sind in der Regel höher als bei anderen Obligationen zum Beispiel bei Bundesschatzbriefen die früher ausgegeben wurden.

Pfandbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere, die zur Finanzierung von Hypothekendarlehen (Grundstücke, Schiffe, Flugzeuge) eingesetzt werden.

Die Papiere unterliegen kaum Kursschwankungen und werden allgemein der geringsten Risikoklasse zugeordnet.

Leider gibt es einen Nachteil. Da Pfandbriefe gegenwärtig fast ausschließlich von professionellen Investoren gekauft werden, sind die Nennwerte in vielen Fällen extrem hoch.

Kapitalanlagen für den langfristigen Vermögensaufbau

Bei diesen Geldanlagemöglichkeiten handelt es sich entweder um Wertpapiere in einer etwas höheren Risikoklasse oder um Kapitalanlagen, die kurzfristig nicht ohne weiteres verfügbar sind.

Der Grund dafür kann in möglichen Kursrisiken liegen oder in fest vereinbarten Laufzeiten.

Festgeld mit langer Laufzeit

Langlaufendes Festgeld ist in Zeiten niedriger Zinsen nicht zu empfehlen. Anders sieht es aus, wenn die Marktzinsen ein hohes Niveau erreicht haben.

Dann kann es sinnvoll sein, auch Festgeld mit Laufzeiten über zwei Jahren zum Vermögensaufbau zu verwenden, zumal diese Kapitalanlagen praktisch kein Risiko beinhaltet.

Bundesschatzbriefe

Eine Kapitalanlage ohne Risiko mit Laufzeiten bis zu sieben Jahren. Die Papiere wurden nicht an der Börse gehandelt.

Achtung:

Leider werden Bundesschatzbriefe seit Januar 2013 nicht mehr ausgegeben. Es gibt aber Alternativen. Länder und Kommunen bieten ebenfalls öffentliche Anleihen an.

Seit es keine Bundesschatzbriefe mehr gibt, haben manche Banken Finanzprodukte herausgegeben, die sie als Schatzbriefe bezeichnen.

Dabei handelt es sich keineswegs um staatliche Anleihen und sie verfügen auch nicht über die gleiche Sicherheitsstufe.

Vielmehr werden diese Schatzbriefe von den Banken selbst ausgegeben.

Kommunalobligationen und Industrieanleihen

Es handelt sich um festverzinsliche Wertpapiere.

Verbrieft wird eine feste Verzinsung des Nominalbetrages. Ausgezahlt werden kann in Form bestimmter Teilzahlungen oder am Laufzeitende.

Das Anlagerisiko ist gering. Manche Papiere werden an der Börse gehandelt und unterliegen dann geringen Kursschwankungen.

Auch Währungsanleihen mit hoher Bonität kommen zum Vermögensaufbau infrage.

Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen

Manche Produkte werden staatlich gefördert (Rürup Rente, Riester Rente). Dadurch wird die Attraktivität der Rendite erhöht.

Klassische Kapitallebensversicherungen sind gegenwärtig nicht sehr interessant, da sie kaum noch Renditen bringen.

Fondsgebundene Versicherungen sind wegen höherer Risiken bei hohen, die Rendite minimierenden Kosten kaum empfehlenswert.

Bei staatlich geförderten Renten kann in Finanzprodukte unterschiedlicher Risikoklassen investiert werden, sofern diese Basisinvestitionen zur Förderung zugelassen sind.

Die Zulassung zur Förderung bedeutet nicht, dass die Produkte besonders sicher sind.

Fondssparpläne, gleichgültig ob Mischfonds, Rentenfonds oder Aktienfonds, sind weniger geeignet, da die Kosten einen merkbaren Teil der Rendite auffressen.

Empfehlenswerter sind kostengünstige Indexfonds oder ETF‘s.

Investition in Einzelaktien

Die Geldanlage in Einzelaktien setzt Kenntnisse über Börsenkennzahlen und betriebs- sowie volkswirtschaftliche Zusammenhänge voraus.

Empfehlenswert ist ein Depot aus 10 bis 20 Einzelaktien. Die Aktien sollten aus unterschiedlichen Branchen und unterschiedlichen Regionen (Europa, Nordamerika, eventuell Asien und Australien) stammen.

Wichtig ist, Aktien von marktführenden Unternehmen zu kaufen, deren Geschäft der Anleger versteht, und die sich in der Vergangenheit durch eine überdurchschnittliche Performance und Krisenfestigkeit ausgezeichnet haben.

Indexfonds und ETF‘s

Es handelt sich um passiv gemanagte Fonds, die nur geringe Kosten verursachen. Sie bilden immer einen bestimmten Basiswert, einen Index, ab.

Dabei kann es sich um Aktienindices, Rentenindices oder auch um gemischte Indices handeln.

Empfehlenswert sind Indexfonds, die einen breit gestreuten Index abbilden, der eine solide, dauerhafte Wertentwicklung aufweist.

Beispiele: Indexfonds auf den Dow-Jones, S&P 500, DAX oder auf den MSCI World sind empfehlenswert.

Nicht empfehlenswert sind Fonds auf Branchenindices, den russischen Aktienindex oder Emerging Market Aktienindices.

Spekulative Geldanlagen

Zu den Kapitalanlagen, die für einen langfristigen Vermögensaufbau weniger oder überhaupt nicht geeignet sind, gehören Garantiezertifikate, Genussscheine, Aktien von Nebenwerten oder Aktien, die nicht den vorgenannten Kriterien genügen.

Außerdem ist von allen Wertpapieren aus instabilen Ländern und auch aus Emerging Markets eher abzuraten.

Äußerst spekulativ sind Wertpapiere wie Optionen, Optionsscheine oder Futures.

Abgesehen vom hohen Verlustrisiko eignen sie sich für einen langfristigen Vermögensaufbau schon wegen der kurzen Laufzeiten nicht.

Ebenso wenig eignen sich die meisten Zertifikate oder Fonds.

Aktienfonds aber auch Rentenfonds, die aktiv gemanagt werden, verursachen in aller Regel hohe Kosten (Ausgabeaufschläge, Verwaltungsgebühren und anderes).

Auf der anderen Seite erreicht kaum ein Fondsmanager die Performance vergleichbarer Indices. Hinzu kommen noch spürbare Renditeabschläge durch die Kosten.

Zertifikate, die Käufern gute Erträge bei geringem Risiko versprechen, kappen auf der anderen Seite häufig die Ertragschancen.

Gut mischen und Erträge reinvestieren

Das Geheimnis einer erfolgreichen Geldanlage ist ein langer Anlagehorizont und die passende Auswahl unter den verschiedenen Geldanlagemöglichkeiten.

Dabei sollte vor allem auch die Risikobereitschaft berücksichtigt werden.

Wie man sein Depot mischt, hängt auch vom Alter ab.

Wer über 60 Jahre alt ist, sollte den Aktienanteil beispielsweise geringer halten und mehr auf mittelfristige festverzinsliche Geldanlagen setzen. Ein bestehendes Depot sollte vielleicht entsprechend umgeschichtet werden.

Sehr entscheidend ist, entstandene Gewinne sofort wieder zu reinvestieren.

Der Zinseszinseffekt trägt maßgeblich zur Vermögensbildung bei. Mit zunehmendem Anlagezeitraum erhöht sich der Zinseszinseffekt drastisch.

Ratensparen

Kaum ein Privatanleger wird von vornherein genügend Geld zur Verfügung haben, um ein gut gemischtes Depot anzulegen.

In regelmäßigen Raten zu investieren, lohnt sich bei allen Wertpapieren und Sparprodukten gleich welcher Risikoklasse. Bei Aktien können durch Ratensparen Kursschwankungen ausgeglichen werden.

Wer monatlich 200 € in einen Indexfonds auf den S&P 500 investiert, wird nach 30 Jahren auf eine Endsumme zwischen 300.000 und 400.000 € kommen.

Seit dem großen Börsencrash im Jahr 1929 brachte dieser Aktienindex im Schnitt eine jährliche Rendite von über 9 %.

Wird die gleiche Summe nur festverzinslich mit einem Durchschnittszinssatz von 3 % angelegt, stehen nach 30 Jahren immerhin noch ca. 115.000 € zur Verfügung.

Online Angebote nutzen

Abgesehen von Termingeld und reinen Sparprodukten verursacht jede Geldanlage Kosten. Sind die Wertpapiere börsennotiert, entstehen Provisionen und Maklergebühren.

Außerdem muss ein Wertpapierdepot angelegt werden, und es können Depotkosten entstehen.

Die Kosten können deutlich gesenkt werden, wenn Anleger die Angebote von Onlinebrokern oder Direktbanken nutzen.

Onlinebroker beispielsweise gewähren häufig Rabatte auf die Kosten von Fonds. Depotgebühren werden erlassen und die Provisionen sind deutlich geringer als bei Hausbanken.

Darüber hinaus bietet fast jede Filialbank die Verwaltung von Wertpapierdepots und Bankkonten sowie den Handel mit Wertpapieren über das Internet an.

Häufig können dadurch die Kosten ebenfalls gesenkt werden, ohne dass man auf den Kontakt mit seiner Hausbank verzichtet.

Auf die Hausbank verzichten sollte man allerdings, wenn es um die Geldanlage in Tagesgeld oder Festgeld geht.

Hier sind die Onlineangebote von Direktbanken, auch von ausländischen Direktbanken, deutlich attraktiver. Gleiches gilt manchmal für Sparverträge.