Bestehenden Kredit aufstocken: das Wichtigste

  • Unter einer Kreditaufstockung versteht man die Erhöhung der Kreditsumme eines laufenden Kredits bei derselben Bank.
  • Umschuldung bedeutet die Ablösung eines bestehenden Darlehens mit dem Kredit einer anderen Bank gegebenenfalls bei gleichzeitiger Erhöhung des Kreditbetrages.
  • Eine Kreditaufstockung ist bei fast allen Banken grundsätzlich möglich. Allerdings schließen einige Kreditinstitute eine Krediterhöhung bei zweckgebundenen Darlehen wie Autokrediten aus.
  • Bei vielen Geldhäusern gibt es eine Wartezeit (Aufstockungssperre) zwischen vier und sechs Monaten. Erst nach Ablauf der Sperre können Kreditaufstockungen beantragt werden.
  • Die Aufstockung eines bestehenden Kredits kann sich lohnen, wenn die Kreditzinsen seit Aufnahme des ursprünglichen Darlehens gestiegen sind. Voraussetzung ist, dass ein Mischzins gebildet wird. Ist dies der Fall, profitiert der Kreditnehmer von den niedrigen Zinsen des Restkredits.
  • Eine Erhöhung eines laufenden Kredits ist in der Regel einfach und unbürokratisch, Bonität vorausgesetzt. Mit einer Umschuldung können aber in sehr vielen Fällen Kredite zu besseren Zinskonditionen abgeschlossen werden. Dies gilt vor allem in Zeiten fallender Marktzinsen.
  • Die Aufnahme eines Zweitkredits ist eine weitere Möglichkeit, um zusätzlichen Kapitalbedarf zu decken. Allerdings sind mehrere Darlehen nebeneinander aufwendig und können sich negativ auf die Bonität auswirken.

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Was bedeutet „Kredit aufstocken“?

Kreditaufstockung bedeutet, dass ein bestehender Restkredit mit einem neuen Kredit derselben Bank abgelöst und dabei der Kreditbetrag erhöht wird. Der Aufstockungskredit dient zunächst der Ablösung des vorhandenen Restkredits. Der verbleibende Betrag wird an den Kreditnehmer ausgezahlt.

Für den Aufstockungskredit gelten neue Konditionen. D. h. Kreditbetrag, Laufzeit und Zinssatz werden neu vereinbart. Krediterhöhung bedeutet also nicht, dass ausschließlich der Kreditbetrag verändert wird und alle anderen Konditionen gleich bleiben.

Vorteile und Nachteile einer Krediterhöhung

Vorteile

  • Relativ schnell und unbürokratisch. Oft müssen keine oder nur wenige Unterlagen eingereicht werden.
  • Keine erneute Legitimation. Identifizierung per Videoident oder Postident ist nicht nötig.
  • Gegebenenfalls Mischzins, ein möglicher Vorteil bei steigenden Marktzinsen. 

Nachteile

  • Einige Banken gewähren Bestandskunden schlechtere Konditionen als Neukunden.
  • Trotz Mischzins können die Konditionen schlechter ausfallen als bei Umschuldungskrediten anderer Banken.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Krediterhöhung vorliegen?

Für eine Kreditaufstockung gelten im Grundsatz dieselben Voraussetzungen wie für eine Neuaufnahme. Entscheidend ist die Bonität. Die Bank prüft, ob sich der Kreditkunde die Raten für den erhöhten Kreditbetrag leisten kann.

In die Bonitätsprüfung fließen außerdem Änderungen in den Lebensverhältnissen des Kreditnehmers ein, wie zum Beispiel Arbeitsplatzwechsel, Veränderungen beim Gehalt und bei den Wohnverhältnissen sowie Änderungen beim Personenstand.

Darüber hinaus beurteilt die Bank das Zahlungsverhalten des Kunden. Ist es in der Vergangenheit zu Problemen mit der pünktlichen Begleichung der Monatsrate gekommen, wird eine Krediterhöhung kaum möglich sein.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Haben sich die Lebensverhältnisse des Kreditkunden seit Aufnahme des bestehenden Kredits nicht geändert, werden keine oder nur wenige Unterlagen erforderlich sein.

Die Bank wird Unterlagen erneut benötigen, wenn

  • sich Arbeitsverhältnis und/oder Einkommen verändert haben,
  • eine Änderung der Wohnverhältnisse und der damit verbundenen Kosten eingetreten ist (zum Beispiel zwischenzeitlicher Immobilienerwerb),
  • der Personenstand sich geändert hat (zwischenzeitlicher Heirat).

Ab wann Kredit aufstocken?

Viele Banken ermöglichen eine Krediterhöhung erst nach Ablauf einer Sperrfrist, die in der Regel 4 bis 6 Monate beträgt. Der Grund dafür ist nicht so ganz nachzuvollziehen. Wahrscheinlich soll die Aufstockungssperre eine Krediterweiterung an Personen verhindern, die Probleme mit der mittelfristigen Einschätzung ihres Finanzbedarfs haben.

Allerdings sehen nicht alle Banken eine Sperrfrist vor. Einige Banken werben besonders mit der Möglichkeit einer Kreditaufstockung, wie beispielsweise die Targobank.

Gibt es Einschränkungen bei einer Krediterhöhung?

Die veröffentlichten Kreditmerkmale beschreiben den Rahmen, in dem eine Kreditaufstockung möglich ist. Die Erhöhung eines bestehenden Kredits ist in der Regel nur bis zum angegebenen Maximalkredit möglich und die maximale Laufzeit darf nicht überschritten werden.

Geht es um größere Beträge, eignen sich deshalb für eine Krediterhöhung Banken besonders, die hohe Maximalkredite mit langen Laufzeiten anbieten.

Wie werden die Zinsen berechnet?

Kreditinstitute gehen beim Zinsangebot unterschiedlich vor.

  • Die Zinsen für den gesamten Aufstockungskredit richten sich nach dem gegenwärtigen Angebot. Beispiel: Der bestehende Kredit wurde zu einem Zinssatz von 3 % vergeben. Nach Ablauf der Niedrigzinsphase verlangt die Bank jetzt 5 %. Der neue Zinssatz für den gesamten neuen Kredit beträgt jetzt 5 %.
  • Die Zinsen werden getrennt abgerechnet. Beim Restkredit verbleibt es bei den ursprünglich vereinbarten Zinsen. Der Aufstockungsbetrag wird nach dem aktuellen Zinssatz verzinst. Die Gesamtzinsen sind genauso hoch wie beim Mischzins.
  • Es wird ein einheitlicher Mischzins gebildet. Der Zinssatz des bestehenden Restkredits wird mit dem Zinssatz für den zusätzlichen Betrag im Verhältnis der Kreditsummen zueinander kombiniert.

Beispiel für einen Mischzins:

Ein Restkredit in Höhe von 10.000 € soll um 5.000 € zu einem Gesamtkredit in Höhe von 15.000 € aufgestockt werden. Der Restkredit wird mit 3 % verzinst, während für den zusätzlichen Kapitalbedarf Zinsen in Höhe von 5 % zu zahlen sind.

Sind die Zinssätze bekannt, kann der Mischzins einfach berechnet werden.

  • 3 % von 10.000 € = 300 €
  • 5 % von 5.000 € = 250 €
  • Gesamt: 550 €
  • Der Mischzins beträgt: 550 : 150 (1 % von 15.000 €) = 3,67 %

Wie kann man einen laufenden Kredit aufstocken?

Wie läuft eine Kreditaufstockung ab? Orientieren Sie sich an dieser Schritt-für-Schritt Anleitung.

  • Ermittlung des zusätzlichen Kapitalbedarfs. Der Erhöhungswunsch sollte in angemessenem Verhältnis zu den regelmäßigen Einkünften stehen.
  • Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice der Bank. Informieren Sie sich über mögliche Konditionen, ob ein Mischzins gebildet wird und ob gegebenenfalls wegen der Ablösung des Restkredits eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt.
  • Kredit über die Webseite der Bank, direkt im Online-Banking, sofern vorhanden, telefonisch oder in der Filiale beantragen. Kreditbetrag ist die Restsumme aus dem bestehenden Darlehen zuzüglich des zusätzlichen Kapitalbedarfs und möglicher Kosten wie Vorfälligkeitsentschädigungen. Verwendungszweck ist Umschuldung/Ablösung.
  • Angebot der Bank überprüfen und den Aufstockungskredit analog oder digital abschließen. Die Bank löst den bestehenden Restkredit ab, behält eventuelle Kosten wie Vorfälligkeitsentschädigungen ein und zahlt den verbleibenden Betrag an den Kunden aus.

Kredit aufstocken bei gleicher Rate möglich?

Die Höhe der monatlichen Rückzahlungsrate ist abhängig vom Betrag, den vereinbarten Zinssätzen und der Laufzeit. Alle drei Elemente werden im Rahmen einer Krediterhöhung neu vereinbart.

Eine Kreditaufstockung bei gleicher Rate ist deshalb unter verschiedenen Szenarien möglich, zum Beispiel:

  • Der bestehende Kredit wird nur auf den ursprünglichen Betrag aufgestockt. Zinssatz und Laufzeit des Aufstockungskredits entsprechen denen des ursprünglichen Darlehens.
  • Der Aufstockungskredit wird zu einem geringeren Zinssatz abgeschlossen und die Laufzeit bleibt gleich oder wird verkürzt. Wird eine längere Laufzeit vereinbart, verringert sich die Monatsrate.
  • Der Kreditbetrag wird aufgestockt, aber die Zinsen sind höher als beim ursprünglichen Kredit. Die Rate bleibt gleich, wenn eine längere Laufzeit vereinbart wird.

Kann die Laufzeit verlängert werden?

Im Rahmen einer Krediterweiterung wird die Laufzeit neu vereinbart. Sie kann verlängert werden, aber nur bis zur in der Kreditbeschreibung angegebenen Maximallaufzeit.

Eine längere Laufzeit bedeutet immer höhere Kreditkosten.

Umschulden statt aufstocken?

Oft ist die Umschuldung und Erhöhung eines bestehenden Kredits mit dem Darlehen einer anderen Bank günstiger als eine Kreditaufstockung. Günstige Umschuldungsmöglichkeiten finden Sie beispielsweise mit dem Kreditvergleich unseres Kooperationspartners.

  • Kontaktieren Sie (wie bei einer Krediterhöhung) den Kundendienst der Bank, von der der bestehende Kredit stammt. Erkundigen Sie sich nach möglichen Konditionen und dem Ablösebetrag, in dem auch Kosten und mögliche Vorfälligkeitsentschädigungen enthalten sind.
  • Beantragen Sie einen Umschuldungskredit über die Ablösesumme direkt bei einer anderen Bank, besser aber mit einem Kreditvergleich. Lassen Sie sich unverbindlich und kostenlos mehrere individuelle Zinsangebote vorlegen.
  • Vergleichen Sie die Umschuldungsangebote mit den Konditionen des Aufstockungskredits. Entscheiden Sie sich für die passende Lösung und schließen entweder den Aufstockungskredit oder einen Umschuldungskredite ab.

Entscheiden Sie sich für einen Umschuldungskredit, muss das bestehende Restdarlehen abgelöst werden. Sie können die Kreditablösung selbst in die Hand nehmen. Die meisten Banken bieten aber einen kostenlosen Umschuldungsservice an. Dazu werden Angaben zum bestehenden Darlehen und eine Ablösevollmacht benötigt.

Vorteile und Nachteile einer Umschuldung

Vorteile

  • Umschuldung oft günstiger als Kreditaufstockung
  • Kreditnehmer profitieren eventuell von Sonderkonditionen für Neukunden

Nachteile

  • Höherer Aufwand und gegebenenfalls längere Bearbeitungszeiten
  • Bonitätsprüfung häufig umfangreicher als bei einer Aufstockung

Kredit aufstocken oder neu abschließen?

Neben Kreditaufstockung und Umschuldung ist die Aufnahme eines zusätzlichen Kredits die dritte Möglichkeit, den finanziellen Handlungsspielraum mit Fremdkapital auszuweiten.

Der zweite Kredit kann sowohl bei der Bank des bestehenden Kredits als auch bei einem anderen Kreditinstitut aufgenommen werden.

In manchen Fällen können Kreditinteressenten mit einem zusätzlichen Kredit insgesamt Zinskosten senken. Aber mehrere Kredite gleichzeitig mit unterschiedlichen Ratenzahlungen sind unübersichtlich. Zudem können sie die Bonität des Kreditnehmers negativ beeinflussen.

Wie oft kann man einen Kredit aufstocken?

Im Grundsatz kann ein bestehender Kredit beliebig oft aufgestockt werden. Es gibt keine Vorgaben oder Regeln darüber, wie häufig eine Krediterweiterung stattfinden kann.

Allerdings sollten Kreditnehmer mit mehreren Aufstockungen nacheinander eher zurückhaltend sein.

Bei mehreren Krediterhöhungen hintereinander spricht man von Kettenkrediten. An solchen Krediten können Banken gut verdienen, aber bei Kreditnehmern entstehen finanzielle Verluste.

Ein Problem sind die Bearbeitungsgebühren. Diese werden regelmäßig nicht nur auf den Erhöhungsanteil erhoben, sondern auf den gesamten Kreditbetrag des Aufstockungskredits, obwohl sie bereits bei der Ausgabe des bestehenden Kredits angefallen sind. Eine anteilige Erstattung der Bearbeitungskosten findet oft nicht statt.

Ein weiteres Problem bei Kettenkrediten sind bestehende Restkreditversicherungen für den alten Kredit. Diese Versicherungen müssen in der Regel gekündigt und abgelöst werden. Kunden erhalten eine anteilige Erstattung, aber nur auf der Basis des relativ geringen Rückkaufswerts. Die wirtschaftlichen Nachteile sind noch gravierender, wenn für den neuen Aufstockungskredit wieder eine Restschuldversicherung abgeschlossen wird.

Kredit aufstocken abgelehnt: wie weiter?

Für die Ablehnung einer Kreditaufstockung können verschiedene Gründe ausschlaggebend sein. Seltener sind negative SCHUFA Merkmale die Ursache. Meistens scheitert eine Krediterhöhung am frei verfügbaren Einkommen. Die Bank geht davon aus, dass der Kreditnehmer sich die Raten des beantragten Aufstockungskredits nicht leisten kann.

Das frei verfügbare Einkommen ist die Differenz aus den regelmäßigen Einnahmen abzüglich aller Ausgaben.

Die beste Lösung für mehr Kredit ist die Anpassung des Darlehensbetrages an die Einkommensverhältnisse. Manchmal hilft bereits eine Verlängerung der gewünschten Laufzeit.

Nach einer Ablehnung sollten sich Kreditnehmer an die Bank wenden und versuchen, gemeinsam mit dem Kreditinstitut eine Lösung zu finden. Gelingt dies nicht, können Kreditchancen mit einer Kreditanfrage bei einem Vergleichsportal gewahrt werden.