Nehmen wir einmal an, auf Ihrem Girokonto liegt ein Betrag in Höhe von 10.000 Euro. Natürlich sind Sie mit dieser Null-Zins-Geldanlage nicht zufrieden. Sie fragen sich: „Wie kann ich dieses Geld am besten anlegen“.

Anregungen für eine solide Geldanlage unterschiedlicher Risikoklassen finden Sie bei Robo Advisorn wie

fintego

oder

Ginmon.

Beide Finanzdienstleister investieren für ihre Kunden breit diversifiziert in kostengünstige ETFs und erzielen gute Renditen.

Um die richtige Geldanlage für 10.000 Euro zu finden, ist die Klärung einiger Vorfragen empfehlenswert.

Welchem Zweck soll die einmalige Geldanlage in Höhe von 10.000 Euro sinnvollerweise dienen? Mit welchem Risiko kann ich leben?

Wie sehen meine Einkommens- und Vermögensverhältnisse sonst aus?

Habe ich bereits ein kleines Geldpolster für den Notfall? Könnte ich die 10.000 Euro Geldanlage aus dem laufenden Einkommen noch Schritt für Schritt aufstocken?

Zahle ich gegenwärtig Raten für einen Kredit, dessen Restsumme noch relativ hoch ist?

Von der Beantwortung solcher Fragen hängt es ab, welche Finanzprodukte in Erwägung gezogen werden sollten, um 10.000 Euro anzulegen.

Die berühmte Notreserve

Sicher haben Sie die Empfehlung gelesen, ein Notgroschen ist das A und O für eine solide Haushaltsführung.

Besser ist der Begriff „Cashreserve“. Es handelt sich dabei um kurzfristig verfügbares Geld, mit dem man unvorhergesehene kleinerer Anschaffungen oder Notlagen meistern kann.

Eine Cashreserve kann darüber hinaus genutzt werden, um zu einem besonders günstigen Einstiegszeitpunkt in ein bestimmtes Finanzprodukt zu investieren.

Beispiel: Die Kanonen donnern, die Aktienmärkte brechen ein. Solche Situationen sind eine gute Gelegenheit, um in Aktien-ETFs oder in Qualitätsaktien zu investieren.

Je nach Größe des Haushalts wird eine Notreserve in Höhe von 2 bis 5 Monatsgehältern empfohlen.

Verfügen Sie über keine Notreserve, halten diese aber für erforderlich, wird der größte Teil Ihrer 10.000 Euro in die Cashreserve fließen. Für weitere Sparmaßnahmen wird kaum noch Geld übrig bleiben.

Welche Geldanlagen eignen sich für eine Cashreserve? Infrage kommt Tagesgeld, aber auch Festgeld mit einer kurzen Laufzeit unter einem Jahr.

Selbst in der gegenwärtig noch anhaltenden Niedrigzinsphase finden Sie halbwegs vernünftig verzinste Angebote im Internet, wenn Sie einen aussagefähigen Rechner nutzen.

Wir empfehlen die Vergleichsrechner der FMH Finanzberatung.

Schulden abbauen

Schuldenabbau vor Geldanlage, das ist eine weitere Empfehlung, die man häufig hört.

Natürlich kann Schuldenfreiheit ein Wert an sich sein. Wer keine Schulden hat, verfügt über die bestmögliche Bonität und hat eine gute Ausgangsposition für zukünftige besonders zinsgünstige Kreditaufnahmen.

Aber unter dem Gesichtspunkt einer effektiven Kapitalanlage ist Schuldenabbau um jeden Preis nicht unbedingt erstrebenswert.

Machen Sie sich zunächst klar, wie hoch noch die Restsumme aus Ihrem Kredit ist. Und welche effektiven Zinssätze haben Sie für den Kredit vereinbart?

Jetzt überlegen Sie sich, wie hoch die Rendite einer Geldanlage sein kann, die Ihrem Risikoprofil entspricht.

Angenommen der effektive Zinssatz Ihres Kredits beträgt 6 % bei einer Restlaufzeit von 48 Monaten. Ihre 10.000 Euro werden über einen längeren Zeitraum kaum mehr Rendite als 6 % erbringen, selbst wenn sie in Aktien investieren.

In diesem Beispiel ist die Verwendung zum Schuldenabbau eine Option.

Hier das Gegenbeispiel: Sie haben für Ihren Kredit einen sehr günstigen effektiven Jahreszins, beispielsweise 2,9 % ergattert.

Können Sie das Risiko einer Aktienanlage meistern, wird die Rendite daraus den effektiven Jahreszinssatz Ihres Kredites aller Voraussicht nach deutlich übersteigen. Ein Schuldenabbau ist deshalb eher weniger sinnvoll.

Setzen Sie aber allein auf besonders sichere Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld, stehen sie sich wahrscheinlich trotz möglicher Vorfälligkeitsentschädigungen gegenwärtig besser, wenn Sie den Kredit ablösen.

Allerdings kann ein Gesichtspunkt auch im letzten Beispiel gegen einen Schuldenabbau sprechen.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten mit 10.000 Euro wirklich langfristig Vermögen aufbauen. Sie fassen eine Sparperiode von 20 oder 30 Jahren ins Auge, weil sie später mit dem angesparten Geld die Rente aufbessern möchten.

Unabhängig von der Anlageform werden Sie erleben, dass die Höhe der Rendite durch den Zinseszinseffekt mit den Jahren steigt. Am höchsten ist die Rendite am Ende der vorgesehenen Sparperiode.

Je länger die Sparperiode ist, desto deutlicher fällt der Zinseszinseffekt aus.

Am Ende der Sparperiode wird die jährliche Rendite nicht mehr nur 5 % bei einer Aktienanlage oder 2 % bei einer Festgeldanlage betragen, sondern deutlich darüber sein.

Einen Teil dieses Effekts verschenken Sie, wenn Sie erst mal mit den 10.000 Euro Ihre Schulden bezahlen, anstatt diesen Betrag sofort zur Aufbesserung Ihres Ruhegehalts zu investieren.

Bevorzugen Sie, die vorhandenen 10.000 Euro sofort zur Schuldentilgung zu verwenden, müssen Sie nicht ganz auf die Rendite verzichten.

Nach Begleichung des Restkredits sparen Sie die monatlichen Kreditraten. Den Betrag aus den eingesparten Raten könnten Sie verwenden, um schrittweise Vermögen aufzubauen.

10.000 Euro anlegen für den Ruhestand

Eine Einmalanlage in Höhe von 10.000 Euro eignet sich hervorragend, um wenigstens einen Teil der mit dem Eintritt in das Rentenalter verbundenen Versorgungslücke aufzufüllen. Das gilt besonders, wenn bis zur Rente noch viel Zeit ist.

Nehmen wir einmal an, Sie sind 30 Jahre alt. Dann haben Sie voraussichtlich noch 35 Jahre Zeit, bis Sie in Rente gehen.

Sie entscheiden sich, 10.000 Euro in einen Aktien-ETF anzulegen. Langfristige Aktienanlagen bringen im Schnitt eine Rendite (Dividenden bzw. Wertsteigerung) von 5 % jährlich oder sogar mehr.

Sie können dann mit einem Endkapital wenigstens in Höhe von 55.000 Euro rechnen.

Entscheiden Sie sich für eine Festgeldanlage, deren Erträge Sie sofort wieder reinvestieren, ist der Betrag natürlich geringer. Nehmen wir einmal an, dass Festgeld bringt im Schnitt der 35 Jahre 2 %.

Das Endkapital liegt dann bei ungefähr 20.000 Euro.

Festgeldanlagen sind arbeitsintensiver als man zunächst annehmen möchte.

Erforderlich ist immer eine Neuanlage, wenn die Laufzeit abgelaufen ist.

Und die Zinszahlungen sind sofort wieder anzulegen, sofern dies nicht nach den getroffenen Vereinbarungen automatisch erfolgt.

Dabei muss man auf zwei Dinge achten:

Gegebenenfalls ist der bisherige Festgeldanbieter auszuwechseln, weil andere Anbieter mehr Zinsen bieten.

Bei einem niedrigen Zinsniveau, wie gegenwärtig, sind kürzere Laufzeiten empfehlenswert.

Befindet man sich in einer Hochzinsphase, sollte ein sehr langer Anlagezeitraum gewählt werden. Denn über kurz oder lang werden die Festgeldzinsen wieder nachgeben.

Häufig wird empfohlen, bei einer langfristigen Einmalanlage in Höhe von 10.000 Euro zu diversifizieren.

Je nach Risikoprofil soll ein Teil in Aktien angelegt werden, ein weiterer Teil in Festgeld oder Anleihen und ein dritter Teil in Tagesgeld oder Geldmarktfonds zur Darstellung der Cashreserve.

Eigentlich gehört ein Immobilienanteil (dargestellt zum Beispiel durch Reits) auch noch dazu.

Um ehrlich zu sein, bei einem Betrag in Höhe von „nur“ 10.000 Euro, lohnt sich eine solche Dreiteilung eigentlich nicht.

Unsere Meinung ist, dass bei einem langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren allein auf solide und breit gestreute Aktien ETFs gesetzt werden sollte.

Wenn möglich, sollte daneben allerdings eine Geldanlage entweder in Festgeld oder in Staatsanleihen aufgebaut werden.

Anleihen sind eine gute Ergänzung zu Aktien, weil ihr Wert sich oft gegenläufig entwickelt. Fallen Aktienkurse, steigt in der Regel der Wert der Anleihen.

In Deutschland wird der MSCI Welt als Basis des ETFs häufig empfohlen. Dieser Index setzt sich aus den Aktien der entwickelten Industrieländer zusammen.

Da der MSCI World einen Schwerpunkt in amerikanischen Aktien hat (zurzeit ungefähr 60 %) sollte unseres Erachtens der S&P 500 ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Auf der Webseite justETF finden Sie alle Informationen über ETFs, Musterdepots und ETF-Listen.

Wünschen Sie eine Diversifikation, sollten Sie vielleicht die Zusammensetzung so einfach wie möglich gestalten: beispielsweise 50 % Aktien-ETFs und weitere 50 % Festgeld bzw. Staatsanleihen.

Die Aktien-ETFs stellen bei dieser Zusammensetzung den ertragsstarken Teil dar, während das Festgeld bzw. die Staatsanleihen für die Sicherheit zuständig sind.

Gegenwärtig ist mit deutschem Festgeld kein großer Staat zu machen. Auch Anleihen sind nicht besonders attraktiv. Die Zeiten werden sich aber zukünftig ändern.

Setzen Sie auf Staatsanleihen aus Ländern mit hohem Rating.

Andere Anleihen, vor allem Anleihen aus Drittländern, versprechen zwar hohe Renditen, sind aber sehr risikoreich. Unternehmensanleihen verfügen im Durchschnitt über ein Risiko, welches dem von Aktien jedenfalls nahekommt.

Festgeld aus dem europäischen Ausland wird gegenwärtig besser verzinst als deutsches Festgeld.

Mit dem oben vorgeschlagenen Festgeldrechner können Sie sich einen guten Überblick über die gegenwärtige Zinssituation auch im Ausland verschaffen.

Festgelder mit kurzen Laufzeiten bei ganz guter Verzinsung finden Sie beispielsweise auf dem Portal Zinspilot.

Das Zinsportal arbeitet mit einer Reihe solventer Banken zusammen, die den Hauptsitz in Ländern mit gutem Rating haben. Das ist wichtig wegen der staatlichen Einlagensicherung.

10.000 Euro mittel- oder kurzfristig anlegen

Die Einmalanlage soll nicht dem langfristigen Vermögensaufbau oder der Altersvorsorge dienen?

Beispielsweise möchten Sie Eigenkapital für ein in fünf Jahren geplantes Eigenheim ansparen. Oder Sie planen, in einigen Jahren eine Weltreise zu unternehmen.

Ist eine kurzfristige oder mittelfristige Geldanlage geplant und soll der Sparbetrag in einem bestimmten Zeitraum zur Finanzierung eines Vorhabens zur Verfügung stehen, sind Aktien nicht die richtige Geldanlage.

Wer das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt, riskiert einen Verkauf des Aktienpakets zur Unzeit. Verluste können die Folge sein.

Bei mittelfristigen Geldanlagen (3 bis 7 Jahre) sollte der Aktienanteil jedenfalls gering gehalten werden. Besser eignen sich Festgeld oder Anleihen.

Sollen 10.000 Euro nur kurzfristig angelegt werden, sind Tagesgeld, Festgeld aber auch Anleihen mit kurzer Laufzeit am ehesten geeignet. Wer 10.000 Euro für ein Jahr anlegen möchte, sollte sich für Festgeld oder Anleihen entscheiden.